Ehemalige Flussschlinge

Fritschlach

Stadt: Karlsruhe
Gemarkung: Karlsruhe
Fläche: 83,0 ha
Verordnungsdatum: 29.12.1986
LfU-Nummer: 2.104
Naturraum: 222 Nördliche Oberrhein-Niederung
TK(25) Nr.: 6915, 7015

Wirft man einen Blick auf die topographischen Karten der nordbadischen Rheinebene, so fällt auf, dass hinter den stromnahen Altrheinbögen meist noch weitere ehemalige Flussschlingen liegen. Besonders gut ist dies bei Karlsruhe zu sehen, wo im Osten der Altrheininsel Rappenwört eine stromferne alte Rheinschlinge bis zum Gestaderand reicht. In dieser Rheinschlinge befindet sich das Naturschutzgebiet „Fritschlach“. Noch im 17. Jahrhundert floss hier der Rhein: Das Hochufer ist bis heute erhalten und markiert den alten Flusslauf. Auf dem Hochufer steht das ehemalige Fischerdorf Daxlanden, das Mitte des 17. Jahrhunderts zum Teil einem katastrophalen Hochwasser zum Opfer fiel. Der Flusslauf wurde daraufhin nach Westen verlegt, die alte Rheinschlinge verlandete, und es entwickelten sich Niedermoore, Röhrichte, Seggenriede, Feuchtgebüsche und Bruchwälder. Im Norden der Fritschlach entnahm man später Tone und Lehme aus der verlandeten Schlinge als Baustoff für die Fachwerkhäuser: So entstanden die sogenannten Saumseen. Die Seen im Zentrum des Rheinbogens sind hingegen jüngeren Datums; hier wurden im Zweiten Weltkrieg Kies und Sand zum Bau von Bunkern ausgebaggert.

In der Altaue zwischen dem Hochwasserdamm im Westen und dem Hochgestade im Osten wurde bereits 1938 ein 50 ar großes Areal zum Naturdenkmal „Fritschlachwasser“ erklärt. Das 83 ha große Naturschutzgebiet „Fritschlach“ schließt diese Fläche ein. Der erweiterte und strengere Schutzstatus wurde notwendig, da die Feuchtbiotope von einer ausufernden Gartenhaussiedlung bedroht waren.

Besucherhinweise

Das Naturschutzgebiet ist von der Stadt aus mit der Straßenbahnlinie 2 zu erreichen (Haltestelle „Waidweg“ oder „Altrheinbrücke“). An den wichtigsten Zugängen sind Informationstafeln aufgestellt, die den Standort, die Abgrenzung des Naturschutzgebietes und öffentliche Wege zeigen. Lohnend ist ein Spaziergang entlang der Saumseen. Am westlichen See befindet sich eine Aussichtskanzel; Schautafeln informieren über die typischen Pflanzen und Tiere des Sees. Ein großes Problem stellt das Entenfüttern dar, vor allem an den Saumseen. Kleine Hinweistafeln erklären die schädlichen Folgen der Fütterungen und ermahnen die Besucher, das Fütterverbot zu beachten. Das Schlittschuhlaufen ist im Naturschutzgebiet nur auf den beiden östlichen Saumseen gestattet; das Röhricht darf dabei nicht betreten werden. Ein Faltblatt über die Fritschlach ist bei der BNL Karlsruhe erhältlich.